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von der Idee
zum Song








Arrangement-Tipps

Aus den Ideen wird ein Song - Das Arrangement!
Ein guter Song besitzt meistens eine klare Struktur, einen Ablauf von verschiedenen Teilen, die auf irgend eine Weise zusammen passen und eine "Geschichte" erzählen. Bestandteile wie Intro, Strophe, Bridge, Refrain, sowie Breaks und Wiederholungen werden möglichst so zu einem Ablauf kombiniert, dass ein Spannungsbogen entsteht, der das Stück die ganze Zeit interessant hält, verschiedene Gedanken wiederspiegelt, unterschiedliche Aspekte und Perspektiven zeigt.

Wie ein Song "funktioniert"...
Ohne Zweifel ist das Arrangieren ein große Kunst, und nicht ohne Grund engagieren Produzenten Spezialisten für diese Aufgabe. Das Remixen ist auch eine Art Arrangieren, und es lassen sich viele Beispiele aufzählen, wo ein längst bekannter Song erst durch den Remix richtig erfolgreich wurde.

Wie ein Song "funktioniert", könnt ihr schnell heraus bekommen. Hört euch einige CDs an, die für euren Stil Vorbilder sein könnten. Analysiert die Parts des Songs: Was machen die Instrumente in den Parts (und ihren späteren Wiederholungen!)? Welche Instrumente oder Sounds sind in den verschiedenen Parts beteiligt und wie steht's mit den Taktlängen der Parts, sind sie immer identisch?
Am besten schreibt Ihr das auf oder stellt den Song grafisch dar, indem Ihr die einzelnen Instrumente in Taktlängen als horizontale Balken aufzeichnet.


Das Bild dürfte so ähnlich wie diese Grafik aussehen, die einen Ausschnitt eines Sequenzer-Arrangements darstellt. Hier könnt Ihr gleich sehen, wie "dicht" das Arrangement zu welchem Zeitpunkt ist.

Spannungsbogen
Jeder Musikstil hat in diesem Punkt seine Spezialität. Ist bei einem Clubtrack z.B. eher weniger Abwechslung gefragt, besteht ein konventioneller Song aus mehreren (mindestens zwei) Parts. Ihr solltet Euch Gedanken darüber machen, welches Feeling ihr mit Eurer Musik rüberbringen wollt.


Die Bestandteile eines Songs

  • Intro
    Die Einleitung ist super wichtig, weil es die Aufmerksamkeit des Publikums erreichen soll. Das muss nicht bedeuten, gleich alles hineinzulegen, schließlich habt ihr eine ganze Geschichte zu erzählen. Das Intro kann aber schon mal ein Thema anschneiden, einen Ausblick liefern. Es kann ein Gitarrenriff sein, dass Bestandteil des Refrains ist oder ein Schlagzeug-Groove, eine Loop - irgendein interessanter Sound, der später im Song wiederkehren wird. Es kann auch eine kurze Instrumental-Version des Refrains sein - es gibt in der Hinsicht keine Vorschriften.

  • Strophe
    In den Strophen wird eigentlich die Geschichte in Versen erzählt

  • Bridge
    Die "Brücke" ist die Überleitung zum Hauptteil des Songs, des Refrain. Die Bridge kann z.B. eine Abwandlung der Strophe sein oder auch eine neue musikalische Idee ins Spiel bringen. Wichtigste Aufgabe der Bridge ist aber, eine Spannung aufzubauen, die sich dann in den Refrain geradezu "entlädt".

  • Refrain
    Der Hauptteil des Songs. Meistens ist der Refrain im Gegensatz zur Strophe inhaltlich identisch, er wird also meistens gleich wiederholt. Kleine Variationen können das Ganze ein wenig interessant machen, es sollte aber nicht der "Mitsingcharakter" darunter leiden.

  • Ending
    Auch hier kommt's auf den Ausdruck an, den ihr rüberbringen wollt. Manche Songs brauchen einen Fadeout, andere einen Schlussakzent - eine Pointe. Bedenkt bitte, dass es beim SchoolJam-Festival ums Livespielen geht, und in Livesituationen lässt sich ein Fadeout manchmal technisch nicht ohne weiteres umsetzen.

Zusätzliches
Schon mit Strophe und Refrain kann man einen Song schreiben, Teile wie Intro, Bridge und Ending kann man aus den beiden Teilen ableiten. Hier kommt's einfach auf gute Ideen und Vielseitigkeit an. Weitere Variationsmöglichkeiten bieten:

  • Interlude: Ein Zwischenteil, der dem Intro ähneln kann. Oft wird hier eine Art Leitthema gebracht, die z.B. eine Art Überleitung vom Refrain in die nächste Strophe bilden kann.

  • B-Teil: dieser Part featured meistens eine dritte musikalische Idee, die sich von Strophe und Refrain unterscheidet. Ein B-Teil setzt meistens nach dem zweiten oder dritten Refrain ein. Sehr gut macht es sich, wenn der B-Teil mit der Bridge kombinierbar ist, um wieder in den Refrain zu kommen. Ebenfalls kann der B-Teil über die Bridge in ein Solo überleiten.

Solo: Ein Instrumental-Part als Variation von Strophe oder Refrain. Arrangement-technisch bieten sich hier verschiedene Wege an:

1. das Solo auf Basis der Strophe leitet in die Bridge über, die wie sonst gespielt wird und zum Refrain überleitet.

2. das Solo auf Basis der Strophe plus (!) Bridge. Hier macht sich ein spezieller Break sehr gut, der zum Abschluss der Bridge zum Refrain leitet.

3. das Solo als quasi eingeschobener Refrain. Auch hier kann die Überleitung zu den weiteren Refrains über eine Variante der Bridge ablaufen.


Variation schafft Abwechslung
Grundsätzlich ist als Stilmittel alles erlaubt, aber ein guter Song sollte nicht mit zu vielen Ideen überfrachtet sein. Schon die Variation weniger Song-Teile kann sehr viel Abwechslung in den Ablauf des Songs bringen. Probiert einfach verschiedene Versionen der schon vorhandenen Parts aus...

  • die Melodie von einem anderen Instrument spielen lassen,
  • das Hauptthema mit anderen Akkorden (z.B. Moll-Parallele) spielen,
  • das Hauptthema ausdünnen: z.B. die Melodie weglassen und nur den Background spielen.
  • einzelne Instrumente herausnehmen, z.B.: eine Refrain-Wiederholung ohne Bass, der dann wieder einsetzt. Dabei kann z.B. der Drummer mal nur die Bassdrum spielen oder dieselbe weglassen.
  • Die Länge der Teile variieren: z.B. den ersten Refrain nur zur Hälfte und erst beim nächsten Mal in voller Länge, den dritten Refrain dann zweimal spielen.

Wenn Ihr Songs nachspielt...
Gerade dann bietet Euch das Arrangieren sehr viele Möglichkeiten, aus einem bekannten Song etwas völlig Neues zu machen. Benutzt andere Instrumente als in dem originalen Song, ändert das Tempo, die Tonart, den Rhythmus - was immer ihr wollt. Nur eines ist dabei wichtig: die Performance muss Euch gefallen!

Im folgenden ein paar Ideen zu Arrangement-Technik...

  • Tempo:
    Habt Ihr schon einmal daran gedacht, Euren Song in einem anderen Tempo zu spielen. Habt ihr Euch z.B. einen Ballade ausgesucht, dann versucht, den Song einmal schneller und intensiver zu spielen, z.B. mit einem richtig heavy gespielten Drumbeat und einem fetten Bass. Vor allem solltet Ihr ein Tempo wählen, in dem Ihr (das heißt jedes Bandmitglied) den Song (das heißt von Anfang bis Ende) sicher und flüssig durchspielen könnt. Klappen einige Passagen noch nicht so richtig, dann versucht den Part so abzuwandeln, dass ihr ihn spielen könnt.
    Grundsätzlich: Geht nicht gleich bei den ersten Proben mit sehr hohem Tempo an den Song heran. Versucht erst Eure Parts sauber hinzubekommen, schnelleres Spielen kommt dann durch Übung ganz von allein.

  • Tonart:
    Oft passt einfach die Tonart nicht, was nicht unbedingt an mangelnden Fähigkeiten, sondern schlicht und einfach an einer anderen Stimmlage des/der VokalistIn Eurer Band liegt. Das ist völlig normal und sollte sich mit ein paar Transpositionsschritten erledigen lassen. Ein kleiner Tipp am Rande: Sollte jetzt jeder seinen Part in der neuen Tonart einstudieren, wird eure Probe in einem totalen Chaos enden. Instrumente wie Schlagzeug und Percussion haben jetzt erst einmal Pause. Lasst den Bandmitgliedern, die Instrumente wie Bass, Gitarre, Keyboard, Soundeffekte und Turntables spielen, ein wenig Zeit ihre Parts neu einzustudieren und auf einander abzustimmen.

    In eine andere Tonart transponieren:
    Wer noch nie einen Song transponiert hat, wird damit sicherlich Schwierigkeiten haben, vor allem bei Tasteninstrumenten ist das nicht einfach, da sich die Griffe sehr stark ändern können. Mit etwas Geduld wird’s schon klappen.
    Bei einer Transponierung müssen alle Akkorde um das gleiche Maß an Tonschritten nach oben oder unten verschoben werden. Das heißt alle Harmonien des originalen Stücks müssen in die neue Tonart geändert werden.

    Neue Akkorde herausschreiben...
    Hilfreich ist es, wenn ihr euch die Akkorde neu aufschreibt und sie einige Male langsam durchspielt, um euch an die neuen Griffe zu gewöhnen. Manchmal werden Riffs auch fast unspielbar, dies betrifft insbesondere auch Gitarristen und Bassisten, wenn sich durch die Transponierung ungünstige Lagenwechsel ergeben.
    Keine Panik: die besten Ideen entstehen, wenn man aus der Not eine Tugend macht: versucht einen Weg zu finden, den Part irgendwie abzuwandeln, dass er gut spielbar ist – am besten mal die/den Musiklehrer/in fragen.


  • Rhythm:
    Die Änderung des Rhythmus-Arrangements kann einen Song total umkrempeln und anders klingen lassen. Mit gegenteiligen Sachen erzielt ihr den größten Effekt. Ist das Original ein langsamer Folksong? Dann spielt ihn eben super heavy, dazu ein fetter Bass und ein paar abgedrehte Scratches von schrulligen Schallplatten (gibt's auf dem Flohmarkt für wenige Euros) - keep it real tight!

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